Transzendenz ins Magische – Licht als Klang, Schatten und spirituelle Resonanz
Sargasso kündigt mit großer Freude die Veröffentlichung von LICHT! an, einer eindringlichen und tief reflektierten neuen Einspielung der Cellistin Christina Meißner, die die visionären Gesänge Hildegard von Bingens (1098–1179) in einen Dialog mit einer neu entstandenen Tetralogie des zeitgenössischen Komponisten John Palmer bringt.
Nach ihrer vielbeachteten Veröffentlichung ISPARIZ. eine Vision setzt Meißner ihre Auseinandersetzung mit Hildegards Klangkosmos fort und eröffnet neue Verbindungen zwischen mittelalterlicher Spiritualität und zeitgenössischer Musiksprache. Das Ergebnis ist ein immersives Hörerlebnis, das die Intensität einer Live-Aufführung widerspiegelt, in der die Zeit stillzustehen scheint und Klang zum Raum der Begegnung wird.
Im Zentrum dieses Projekts steht ein gemeinsamer spiritueller Impuls, der Jahrhunderte überbrückt: die Suche nach Erleuchtung, nach innerem und äußerem Licht und nach Sinn jenseits der Unmittelbarkeit des Alltags. Hildegards ekstatische, visionäre Melodien begegnen Palmers unverwechselbarer Klangwelt und formen einen Transformationszyklus, in dem Licht als Metapher, als Material und als gelebte Erfahrung erscheint.
Meißners einzigartiger Ansatz hebt die traditionelle Hierarchie zwischen Stimme und Instrument auf. In ihren Bearbeitungen von Hildegards Gesängen werden Cello und Stimme zu gleichwertigen, ineinander verwobenen Klanggestalten: Atem, Resonanz und Geste entfalten sich in einem gemeinsamen klanglichen Raum. Subtile zeitliche Verschiebungen und eine feine Sensibilität für Klangfarbe schaffen eine lebendige, organische Textur, in der Klang fortwährend neu bestimmt wird.
Als Rahmen dieser Neuimaginationsprozesse erkunden John Palmers Lux Vivens, Lux Ardens, Lux Obscura und Lux Serena, eigens für Meißner komponiert, das Licht als Bedingung von Wahrnehmung und Verwandlung. Jedes Werk entfaltet einen eigenen klanglichen und spirituellen Zustand, inspiriert von Hildegards Visionen: von strahlendem Hervortreten über brennende Intensität bis hin zu verschatteter Tiefe und fragiler Gelassenheit. Unter Einbeziehung erweiterter Spieltechniken und in enger künstlerischer Zusammenarbeit entwickelt sich Palmers Musik zu einem Prisma aus Licht und Resonanz, in dem Klang sowohl als physische Präsenz als auch als metaphysische Reflexion erfahrbar wird.
Die Aufnahme durchläuft Zyklen von Erhellung und Verdunkelung, von Erscheinung und Auflösung. Licht ist hier nicht bloß Helligkeit, sondern eine Schwelle, untrennbar verbunden mit Schatten, mit Ungewissheit und mit dem Unbekannten. In diesem Wechselspiel wird LICHT! nicht zur Darstellung von Licht, sondern zu einer Einladung, dessen Entfaltung zu erleben: als Schwingung, als Energie und als gemeinsamer Akt des Hörens.
TRACKLISTE:
1. Cum erubuerint [5:42] – Hildegard von Bingen (arr. Christina Meißner)
2. Lux Vivens [10:28] – John Palmer
3. O deus, quis es tu [5:47] – Hildegard von Bingen (arr. Christina Meißner)
4. Lux Ardens [10:34] – John Palmer
5. Karitas habundat [3:27] – Hildegard von Bingen (arr. Christina Meißner)
6. Lux Obscura [11:52] – John Palmer
7. O rubor sanguinis [4:20] – Hildegard von Bingen (arr. Christina Meißner)
8. Lux Serena [9:00] – John Palmer
9. Aer enim volat [2:24] – Hildegard von Bingen (arr. Christina Meißner)
CREDITS:
Christina Meißner: Cello und Stimme
Aufgenommen von John Palmer in der Zionskirche Bethel, Bielefeld und in der Versöhnungskirche, Stuttgart, Deutschland.
Produziert von John Palmer im Vision Studio, Stuttgart.





