Christina Meißner ‚Wo bin ich?‘

£12.00

SCD28097

Musik aus dem minimalen Raum

Sargasso freut sich sehr, die Veröffentlichung von Wo bin ich? bekanntzugeben, einer akusmatischen Arbeit von außergewöhnlicher Konzentration der Cellistin und Komponistin Christina Meißner, entstanden während des COVID-19-Lockdowns als Auftragswerk für den Deutschlandfunk. Ausgangspunkt ist ein Essay von Bruno Latour, der die Frage „Wo bin ich?“ nicht als Distanz zur Welt, sondern als radikale Nähe versteht, als aufmerksames Hinhören auf das unmittelbar Gegebene.

Diese Perspektive überträgt Meißner auf ihr Instrument durch eine strenge physische Beschränkung: einen Spielraum von einem Zentimeter. Innerhalb dieses minimalen Bereichs entstehen aus mikroskopischen Bogenbewegungen, feinsten Druckveränderungen und kaum wahrnehmbaren Kontaktverschiebungen dichte und unvorhersehbare Klangkonstellationen. Die Klänge treten nicht als expressive Gesten auf, sondern als autonome Partikel, die Isolation nicht erzählen, sondern als klangliche Spur tragen.

Als international profilierte Interpretin zeitgenössischer Musik und enge Partnerin zahlreicher Komponistinnen und Komponisten legt Christina Meißner hier ihre erste großformatige eigene Komposition vor. Sie begreift das Cello zugleich als Instrument und Forschungsraum, als Ort konzentrierten Hörens. Fragmentierte Spuren einer Stimme erscheinen lediglich als Klangmaterial und erweitern den akusmatischen Raum ohne narrative Funktion. Der Titel formuliert keine Aussage, sondern markiert eine Hörhaltung. Was aus äußerster Begrenzung entsteht, entfaltet sich im Hören zu Resonanz und räumlicher Weite und erinnert daran, dass selbst der kleinste Raum ein ganzes Universum enthalten kann.

TITEL:

  1. Wo bin ich? [41:17]

CREDITS:

Christina Meißner: Cello, Stimme, Elektronik
John Palmer: Aufnahme und Produktion
Realisation: Vision Studio, Heilbronn/Stuttgart
Auftragswerk des Deutschlandfunks
www.christina-meissner.de

Nach oben scrollen